Kurzbeschreibung:

“Felix Krull, Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten, blickt auf sein Leben zurück und schreibt seine Bekenntnisse, eine Geschichte seiner gesellschaftlichen und erotischen Erfolge. Er erzählt dem Leser vom köstlichen Gefühl an der Brust seiner Amme, der Genugtuung des wiederholten Schokoladendiebstahls im Kindesalter und vom Diebstahl an seinen Liebsten. Die Welt will betrogen werden, ist seine Auffassung – und er betrügt sie. Die einschneidenste Veränderung seines Lebens ist sein Rollentausch mit dem Marquis de Venosta. Mit den Papieren, dem Vermögen und dem Namen des Marquis ausgestattet, stehen den ehemaligen Hotelpagen die Türen zur Gesellschaft offen, die er für sich zu nutzen weiß.”
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Ich habe dieses Buch als Geschenk von einem überaus belesenen, überdurchschnittlich intelligenten und begabten Menschen erhalten, der mir damit viel Heiterkeit versprochen hat. Er hat Wort gehalten. Neben der durch die humoristische, ironische, aber auch gesellschaftskritische Begegnung des Protagonisten erzeugte Heiterkeit, werden auch – für Thomas Mann stilistisch typisch – anregende wissenschaftlich-philosophische Gedankengänge in die Gespräche zwischen Felix Krull und Professor Kuckuck eingepflegt:
“Wollen wir von Abstammung reden, so stammt der Mensch vom Tier, ungefähr wie das Organische aus dem Unorganischen stammt. Es kam etwas hinzu”. (Professor Kuckuck)
“Hinzu? Was, wenn ich fragen darf?” (Felix Krull)
“Ungefähr das, was hinzukam, als aus dem Nichts das Sein entsprang. Haben Sie je von Urzeugung gehört?” (…)
“Es hat nicht eine, sondern drei Urzeugungen gegeben: Das Entspringen des Seins aus dem Nichts, die Erweckung des Lebens aus dem Sein und die Geburt des Menschen.” (…)
“Es habe das Sein nicht immer gegeben und werde es auch nicht immer geben. Es habe einen Anfang gehabt und werde ein Ende haben, mit ihm aber Raum und Zeit, denn die seien nur durch das Sein und durch dieses einander gebunden. Raum, sagte er, sei nicht weiter als die Ordnung oder Beziehung materieller Dinge untereinander. Ohne Dinge, die ihn einnähmen, gäbe es keinen Raum und auch keine Zeit, denn Zeit sei nur eine durch das Vorhandensein von Körpern ermöglichte Ordnung von Ereignissen, das Produkt der Bewegung, von Ursache und Wirkung, deren Abfolge der Zeit Richtung verleihe, ohne welche es Zeit nicht gebe. Raum- und Zeitlosigkeit aber, das sei die Bestimmung des Nichts. Dieses sei ausdehnungslos in jedem Sinn, stehende Ewigkeit, und nur vorübergehend sei es unterbrochen worden durch das raum-zeitliche Sein. Mehr Frist, um Äonen mehr, sei dem Sein gegeben als dem Leben; aber einmal mit Sicherheit, werde es enden, und mit ebensoviel Sicherheit entspreche dem Ende ein Anfang. Wann habe die Zeit, das Geschehen begonnen? Wann sei die erste Zuckung des Seins aus dem Nichts gesprungen kraft eines “Es werde”, das mit unweigerlicher Notwendigkeit bereits das “Es vergehe” in sich geschlossen habe? Vielleicht sei das “Wann” des Werdens nicht gar so lange her, das “Wann” des Vergehens gar nicht so lange hin. (…)”
Das Ende des Romans ist meines Erachtens etwas zu kurz gehalten. Ich habe bis zur letzten Seite auf den Spannungsmoment bzw. auf die Demaskierung Krulls gewartet. Um zukünftigen Lesern das Ende nicht vorweg zu nehmen, werde ich an dieser Stelle mein Schweigen walten lassen
Mit dem gestrigen Tage habe ich die ersten 20 Seiten des Romans “Der Schatten des Windes” von Carlos Ruiz Zafon gelesen. Er gefällt mir bislang unglaublich gut! Sowohl der poetische Erzählstil als auch der bisherige Verlauf der Handlung ist wunderbar packend und spannend dargestellt. Ich bin schon sehr gespannt, was mich im Weiteren erwarten wird. Näheres dazu dann später in einem weiteren Eintrag von mir.