Kurzgeschichten
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Die Mondprinzessin Kaguya
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Einst in einer sternenreichen Nacht, als der Mond den schwarzen Himmel erleuchtete, fanden ein Bambusschneider und seine Frau am Fuße eines Berges ein kleines Kind. Sie nahmen es mit, gaben dem Mädchen den Namen Kaguya und zogen es auf wie ihr eigenes Kind.
Kaguya wurde von ihren Eltern in einer Fülle von Wärme und Zärtlichkeit erzogen und als sie erwachsen war, wurde sie die Schönste aller Frauen im ganzen Lande. Zahlreiche junge Verehrer warben um die Gunst der schönen Kaguya, doch fühlte diese stets eine brennende Sehnsucht in ihrer Brust.
Eines Nachts beobachteten der Bambusschneider und seine Frau wie ihre Tochter weinte, während sie den Mond anblickte. An der Sichelspitze des Mondes tropfte Blut auf die Erde nieder und Kaguya erinnerte sich wieder: es war ihr eigenes Blut, das sie damals dem Mond zum Opfer gab, um mit ihrem Geliebten in der Ewigkeit vereint zu sein. „Ich will zu meinem Geliebten zurück, der Tränen für mich vergießt, für den ich mein Blut ließ und nun an deinem silbernen Schwerte klebt. Es ist nun Zeit für mich zu ihm zurückzukehren. Wenn du im nächsten Monat dein volles Gesicht zeigst, dann sei es so weit.“ sprach Kaguya leise zum Mond.
Der Bambusschneider und seine Frau erschraken, denn sie wollten ihre einzige Tochter nicht verlieren. Alsdann standen mit Pfeil und Bogen bewaffnete Samuraikrieger auf den Dächern des Dorfes, um zu verhindern, dass Kaguya die Erde verließ.
Am Tag des Vollmonds sah Kaguya das Antlitz ihres Geliebten über den Dächern des Dorfes leuchten. Dem Glanz ihres Geliebten folgend, verließ sie stillschweigend ihr Zimmer, während ihre Eltern nichts ahnend in ihren Betten schliefen, und trat aus dem Haus, als ein Regen aus tausend Pfeilen über sie herab fiel und ihr Herz durchbohrte.
Und so kehrte Kaguya als Prinzessin zu ihrem Geliebten in das ewige Licht zurück und war dankbar für die Liebe ihrer Eltern, und gab ihnen als Geschenk ihr heiliges Band.

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